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Zeichnung: Cherini

R 187

R 187





oben: Bericht des Chefs der 3. Geleitflottille, Korvettenkapitän Kramer, vom 02.12.1943

Fernschreiben 0125 Deutsches Marinekommando Italien



Laut Kriegstagebuch der 11. Räumboots-Flottille ist R 178 eines der Fahrzeuge gewesen, welche JUMINDA am 21./22.10.1943 Geleitschutz gegeben haben (siehe Kopie des KTB-Ausschnittes im Kapitel "Minenschiff JUMINDA"). Laut KTB R 199 ist R 178 zusammen mit R 199 um 09.30 Uhr des 21.10.1943 aus La Spezia ausgelaufen, um JUMINDA zu geleiten.
Im Gefechtsbericht R 187 (siehe ganz oben) wird R 178 jedoch nicht erwähnt. Im Fernschreiben 0125 (s.o.) und im Gefechtsbericht des Chefs der 3. Geleitflottille vom 2.12.1943 ist von 3 R-Booten, welche JUMINDA geleiteten, die Rede.
Das steht jedoch im Widerspruch zu den Angaben im Kriegstagebuch der 11. Räumbootsflottille (wo R 178, R 187, R 199 und R 201 als JUMINDA geleitende R-Boote gelistet sind) sowie zum Action-Report No.16 und der Zeichnung zu diesem Gefechtsbericht. Die Amerikaner beziffern die Anzahl der R-Boote auf "four" (4).
Doch R 178 kann eigentlich nicht dabei gewesen sein, denn es hatte gemäß KTB der 6.Räumbootsflottille Werftliegezeit.

Wer löst das Rätsel?

Laut KTB 6. Räumbootsflottille hatte das dieser Einheit zugewiesene R 178 vom 6.10.1943 bis 23.10.1943 Werftliegezeit.


Keine Seetage für R 178 in der Zeit vom 16.10.1943 - 31.10.1943

Action Report No. 16
15. US-MTB-Squadron

Schenkt man dem Gefechtsbericht Nr.16 der 15. US-MTB-Squadron Glauben, dann wurde die JUMINDA in der Nacht vom 22. auf den 23.10.1943 versenkt.
Da das Minenschiff aber tatsächlich in der Nacht vom 21. auf den 22.10.1943 gesunken ist, stellt sich die Frage, warum sich die Amerikaner einen derart schwer wiegenden Fehler im Action Report No. 16 geleistet haben.
Zwar steht das genaue Versenkungsdatum der JUMINDA unzweifelhaft fest. Jedoch hat dieser Fehler dazu geführt (bzw. führt manchmal immer noch dazu), dass in früheren und in einigen gegenwärtigen Publikationen (z.B. in marinegeschichtlichen Büchern oder im World Wide Web) das Verlustdatum der JUMINDA auf den 23.10.1943 datiert wurde.

Zudem wurde die JUMINDA in den frühen Nachkriegsjahren fälschlicherweise als ehemaliges ital. Schiff "BETTA No. 5" identifiziert, das angeblich von britischen Motortorpedobooten versenkt wurde. Erst nachdem die von den Alliierten beschlagnahmten Kriegstagebücher der deutschen Kriegsmarine wieder in deutschen Besitz übergingen (heute im Bundesarchiv/Militärarchiv Freiburg im Breisgau archiviert) und von Historikern hier ausgewertet werden konnten, wurde klar, dass es sich bei JUMINDA nicht um die BETTA No. 5, sondern um die ELBANO GASPERI handelt, die von US-amerikanischen PT-Booten torpediert wurde.
Auch diese beiden Fehler führten dazu, dass in damaligen marinegeschichtlichen Fachbüchern die Geschichte des Minenschiffes falsch dargestellt wurde.

Ferner ist bemerkenswert, dass die Angaben zum Verlustort der JUMINDA teilweise widersprüchlich sind. Hieß es in Erstmeldungen (Fernschreiben) zunächst "2 sm westl. San Stefano", so ist im KTB des Kommandanten von R 199 dokumentiert: "Nördlich St.Stefano". Im Kriegstagebuch R 201 ist von "querab von Stefano" die Rede. Überlebende des Untergangs der JUMINDA sagten aus, dass ihr Schiff "südwestlich San Stefano" gesunken ist.  
Diese verwirrenden Angaben führten u.a. dazu, dass das Wrack der JUMINDA erst nach intensiver Suche gefunden wurde. Es ist der Ausdauer von Claudio Amerini zu verdanken, dass das nasse Grab der JUMINDA entdeckt und somit der genaue Verlustort des Minenschiffes bekannt wurde.

Eine andere Sache, die mir am Herzen liegt:

Einer jener ehemaligen Soldaten der Kriegsmarine, zu denen ich in den 1990er-Jahren Kontakt aufbauen konnte, war Wilhelm Schnell. Er lebte in Leer (Ostfriesland) und gehörte bis zu seinem Tod zur Gemeinschaft „Ehemaliger Angehöriger der 6.Sicherungsflottille / 22.U-Jagdflottille“. Wilhelm,1924 geboren, war ein überaus freundlicher Mann, wie ich bereits während meiner ersten mit ihm geführten Telefonate feststellen durfte. Da sich frühzeitig herauskristallisierte, dass wir  auf einer „Wellenlänge“ lagen, kam ich in den Genuss einer Einladung zu ihm nach Hause. Es war an einem schönen Sommertag des Jahres 1995, als „Willy“ mich in Leer begrüßte.

Wilhelm Schnell hatte in den vergangenen Jahrzehnten so Manches zur Marinegeschichte zusammengetragen und war glücklich, dass er jemanden gefunden hatte, der sich für diese Sammlung interessierte.

Ein ganzes (Marine-)-Leben schien Jenes zu beherbergen, was nun über den großen Tisch ausgebreitet wurde.
Schon nach kurzer Zeit konnte ich erkennen, dass Willy sich sehr darum bemüht hatte, das Schicksal jener Boote aufzuklären, die seinerzeit zur 6. Sicherungs- und 22. U-Jagdflottille gehörten. Und er war nicht alleine bei dieser Arbeit – da waren mit ihm noch andere ehemalige Kameraden aktiv (gewesen). Eine Liste, die Willy mir zeigte, gab Aufschluss über die Anzahl und Namen Jener, die sich in den 1970 und 1980er-Jahren „gefunden“ hatten, um sich regelmäßig zu treffen und das Erlebte zu verarbeiten.

Mit einer ganzen Kofferraumladung „Aktenmaterial“ fuhr ich schließlich wieder heimwärts. Willy hatte es mir geschenkt in der Hoffnung, dass ich diese vielen Dinge zu schätzen wüsste und eines Tages vor allem seine Tagebuch-Aufzeichnungen der Öffentlichkeit zugänglich mache.

Ja Willy, sei meines aufrichtigen Dankes gewiss! Wenn auch verspätet, so löse ich nun mein Versprechen ein und stelle das von Dir während des Krieges Erlebte und schließlich schriftlich Niedergelegte online. Mögen Dich meine Gedanken und Wünsche erreichen an jenem Ort, an dem Du nun zu Hause bist.

Ich bin mir sicher, dass es auch in heutiger Zeit Leute gibt, die sich für Deine Tagebuch-Aufzeichnungen interessieren. 


Wilhelm Schnell aus Leer / Ostfriesland

(Verwendung der Tagebuchaufzeichnungen nur für private Zwecke, die Wiedergabe - auch einzelner Teile - in öffentlichen Medien ist nicht zulässig)

UJ 2216 KT Eros Incomprise Sestri Levante relittoUJ 2216 (relitto KT EROS, Incomprise )

Oben: "Vom U-Boot-Jäger zum Tauchparadies - die Geschichte des U-Jägers 2216"  Die PDF-Datei (Copyright: Manfred Krellenberg) von ca. 12 MB Größe wird durch Klick auf das Bild heruntergeladen (Verwendung nur für private Zwecke, die Wiedergabe - auch einzelner Fotos - in öffentlichen Medien ist nicht zulässig)

UJ 2207UJ 2207

Unweit des U-Boot-Jägers 2216 liegt das Wrack von UJ 2207. Das nasse Grab befindet sich in der Nähe von Sestri Levante



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